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Gioiosa Marea ist "smart", es wird eine App angeboten, welche nicht nur dem Einheimischen das Leben hier erleichtern soll, es ist auch gerade für Touristen interessant. Sie enthält alle Sehenswürdigkeiten der Gegend mit der Möglichkeit, sich mittels des Smartphone dorthin führen zu lassen.

 

 

 

Gioiosa Guardia und Gioiosa Vecchia

Monte Meliuso

 

Gioiosa Marea hat seine Ursprünge in einer antiken Agrargemeinde, welche 1364 in einer Höhe von
828 m über dem Meeresspiegel gegründet wurde.



Aus den Ruinen des alten Dorfes kann man die Blicke schweifen lassen zum Monte Pellegrino, über die Äolischen Inseln zum Kap von Milazzo, die Berge von Nebrodi, bis hin zum Ätna.

Die Bedeutung dieses Ortes Gioisa Guardia ist begründet in seiner strategisch bedeutendsamen Lage. Als Beobachtungs- und Wachposten (daher der Name), war er wichtig für die Verteidigung der Küstenbewohner vor den anhaltenden Plünderungen durch die sarazenischen Piraten.

Offiziell beginnt die Geschichte des Ortes schon im Jahr 1094, als nach der Vertreibung der Araber der Graf Ruggero das Lehen des Gebietes um den Monte Meliuso (von den Arabern so benannt) dem Abt Ambrosius vom Kloster Patti schenkte.
Diese gängige Praxis ermöglichte dem Herrscher militärische und politische Unterstützung zu erhalten und erlaubte ihm die Kolonisation und staatliche Organisation des Territoriums.
Vinciguerra Aragona bekam 1361 als Belohnung für seine geleisteten Dienste vom König das Recht, Türme und Festungen zu erbauen, und darin Bauern anzusiedeln.


Im Jahr 1363 begann auf dem Berg Meliuso der Bau der ersten Häuser und der Kirche Giardino (später erweitert und umbenannt in „Kirche Santa Maria delle Grazie“).
Zeitgleich begann ein endloser Konflikt zwischen der religiösen und der aristokratischen Macht, welcher sich über die Entsiedlung von Gioiosa hinauszog und erst im letzten Jahrhundert durch die Abschaffung der Feudalrechte beendet wurde. Dieser Streit um die Vorherrschaft wurde mit allen Mitteln ausgetragen, mit der päpstlichen Exkommunizierung sowie militärischen Auseinandersetzungen auf der anderen Seite. Aber die offizielle Rechtsprechung begünstigte immer das Bistum.

Nachdem 1397 Bischof Bartolomeo von Patti im Kampf besiegt worden war, erklärte König Martin das Ende der bischöflichen Macht und sprach die Domäne dem Staat zu.
 
Aber schon zwei Jahre später wurde das Land nach Anordnung Friedrichs des Dritten dem Bistum zurückgegeben. Im Jahr 1442 lehnten sich der Gubbio (Gurbs) mit seinen Anhängern gegen den Bischof auf, aufgrund dessen, dass dieser das  Recht hatte, den Volkstribun zu benennen.

Aber wieder einmal, auf Beschluss des Königs, behielt der Bischof seine Rechte die Verwaltung und Richter auszuwählen und aber vor allem auch, die Steuern und den Zehnten einzuziehen.

Inzwischen wuchs die Stadt demografisch an, sei es aufgrund der gedeihenden Landwirtschaft oder auch deswegen, dass die immer häufigeren Überfälle der Sarazenen die Bevölkerung weg von der Küste ins
Inland trieb.

Um weitere Fälle wie 1544, als der osmanische Korsar  Ariadeno Barbarossa (Hayreddin Barbaros) Patti ausplünderte, schmolz man die Glocken ein, um daraus Kanonen herzustellen.

Nun begann (wie in ganz Sizilien) der Bau von Wachtürmen an den neuralgischen Punkten der Küste. Unter ihnen die von Ciappe di Tono und San Giorgio, wo Fischergemeinschaften bestanden, und die von Calavà. Die Wache wurde immer zwei Männern anvertraut, einer von Gioiosa, der andere von Patti. Dadurch war es möglich, dass im Falle einer Gefahr einer im Ausguck blieb und der andere den Alarm geben konnte.

Die Stadt Gioiosa wuchs demografisch immer weiter an, bis sie sogar die Einwohnerzahl von Patti übertraf.

So ging es weiter bis zum Ende des XVIII Jahrhunderts, wo dann aufgrund der nunmehr sicheren Küste und dem Ende der Angriffe der Sarazenen die Abwanderung des Volkes begann und Patti wieder seine primäre, antike Bedeutung zurück erhielt.

Unterdessen ging der Streit zwischen Bewohnern und Bischofssitz weiter. Im Jahr 1635 entzog der „Grosse Hof“ der Adeligen dem Bischof das Recht, weiterhin die Verwalter von Gioiosa einzusetzen.

Doch dieser missachtete sowohl die Urteile des Hofes, wie auch die Klagen der Bürger. So litt die Bevölkerung weiter unter den Schikanen, bis 1693 das erste von einer Serie von Erdbeben die Häuser der Bauern auf dem Berg Meliuso in Trümmer legte.

Zeitgleich verloren die Savoyen die Herrschaft nach einem verlorenen Krieg gegen den Papst.

Gioiosa brauchte sogar für kurze Zeit (zwischen 1713 und 1724) ihren „Zehnten“ nicht entrichten. Als dann 1738 die erzkatholischen Bourbonen im Tausch gegen Sardinien wieder nach Sizilien zurückkehrten, führten sie per Edikt (1738) den Zehnten zu Gunsten der Kirche und zu Lasten der Bauern wieder ein.

Und auch genau in diesem unglücklichen Jahr 1738 registrierte man das zweite schwere Erdbeben.

1771 limitierte der Rat von Sizilien in Napoli die Hoheit der Rechtsprechung durch den Bischof von Patti und bestätigte ihm aber das Recht ein Zehntel auf die Produktion einzuziehen. So reifte bei vielen Bewohnern der Beschluss, in andere Dörfer abzuwandern.

Der endgültige Exodus kam dann 1783 mit einem Erdbeben welches das Dorf erneut dem Erdboden gleich machte und der daraus resultierenden
Hungersnot.
Weitere Gründe zur Abwanderung waren eine Invasion von Heuschrecken im darauf folgen Jahr, aber auch wirtschaftliche Gründe wie der Niedergang der Seidenherstellung welcher Jahrhunderte lang einen dünnen Lebensunterhalt darstellte. Ferner der Erlass nach dem Erdbeben, zum Wiederaufbau 15 % an Steuern bezahlen zu müssen.

Jedenfalls war der Exodus schon vorgezeichnet, bevor die Auseinandersetzung über die Wahl eines neuen Standortes für das Dorf, entweder in der Nähe der Mündung des Bergbaches „Zappardino“ oder der Lokalität „Contino“ in der Nähe von San Giorgio, beendet war.
Gioiosa entschied sich für die erste Lösung nicht zuletzt, weil die Bürger das Land nicht verlassen wollten, das ihnen über vier Jahrhunderte lang sicherer Zufluchtsort war.

Nach der Zustimmung der Regierung begann die Umsiedlung dann am Anfang des vergangenen Jahrhunderts, sie dauerte circa zwanzig Jahre.

Gioiosa Guardia war aber auch weiterhin bewohnt, da nicht die ganze Bevölkerung ans Meer umsiedeln wollte. Viele blieben auf ihrem Land und diese bildeten dann die zahlreichen Teilorte welche heute das Territorium von Gioiosa Marea charakterisieren.
Das neue Dorf nahm aufgrund seiner Position den Namen Gioiosa Marea an.

1788 begann dann das Anwachsen des neuen Ortes mit dem Bau der Kirche „San Nicola“ (1795).
Die privaten und kirchlichen Gebäude die schon auf dem Berg bestanden haben wurden wieder aufgebaut, teilweise mit den gleichen Steinen wie auf dem Berg.

Nach und nach organisierte sich Gioiosa Marea als Dorf mit ersten öffentlichen Bauten und der Eröffnung der ersten Geschäfte. Man bohrte einen Tunnel durch das Cap Calavà um die Strassenverbindung
zwischen Messina und Palermo herzustellen.
1892 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen

Von Gioiosa Guardia, dem blühenden Dorf in der Mitte des XVII Jahrhunderts, verbunden mit Trassen quer durch die Region nach Randazzo, Patti Marina und Calavà, ein Ort, der damals mehr als zehn
Kirchen zählte, bestehen heute nur noch Ruinen.

Italienischer Originaltext zu finden in mehreren gedruckten Publikationen sowie im Internet.

Fotos und freie Übersetzung - KaRo 2016 V1.1